Laufende Klagen gegen Sportwetten/Casinos – Austausch & Erfahrungen
#2
14. Jan. 2026 um 13:50 Uhr
Dazu dürfte es gegenwärtig noch recht wenig Feedback geben. Gibt zwar einige Fälle in denen Spielern unter bestimmten Voraussetzungen recht gegeben wurde, allerdings haben die meisten trotzdem kein Geld erhalten. Stichwort Bill 55 etc.
Dazu dürfte es gegenwärtig noch recht wenig Feedback geben. Gibt zwar einige Fälle in denen Spielern unter bestimmten Voraussetzungen recht gegeben wurde, allerdings haben die meisten trotzdem kein Geld erhalten. Stichwort Bill 55 etc.
Malta zeigt mit "Bill 55" auf, welch absurdes Konstrukt die EU als Staatengemeinschaft doch letztendlich ist. Denn die Frage aller Fragen, bzw das Problem aller Probleme, und das selbstverständlich über die Grenzen des Glücksspielmarktes hinaus, ist doch seit jeher: EU-Recht über nationalem Recht oder sticht der Trumpf hier andersrum?! Und die Antwort ist essentiell - schließlich fällt oder festigt sich damit die Berechtigung dieses Staatenbundes in seiner grundlegenden Existenz! Soll heißen: Warum darf ein Mitglied dieser Gemeinschaft für sein Territorium verbieten, wenn wiederum ein anderes Mitglied es für sich erlaubt?! Wenn am Ende nämlich nichts für Alle gleich gilt, wozu dann über eine Gemeinschaft proklamieren?!!
Und diese Ungeklärtheit ist die Hauptursache beim klagen. Denn es gibt keine Klarheit und die Gerichte streiten Jahre lang schon, muss der Anbieter zurückzahlen an den Kunden oder nicht!? Verklagt man einen Anbieter mit maltesischer Lizenz und bekommt recht, da per deutscher Rechtsprechung ein Vergehen vorlag - dann antwortet der Anbieter mit Widerspruch, schließlich ist und war es nach maltesischem Recht erlaubt ... und bekommt seinerseits Recht zugesprochen.
Generell finde ich das ja so 'ne Sache mit dem nachträglichen Schlupfloch der Klage sein Geld zurückzufordern. Es ist schlicht Unehrenhaft. Und da stelle ich mich klar auf die Seite der Buchmacher. Denn was soll diese Scheisse ... jeder wusste genau, was er macht, soll mal nicht den Dummen mimen.
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#4
14. Jan. 2026 um 15:24 Uhr
Moralisch ist das Thema sowieso diskusionswürdig. Einerseits weil die meisten Spieler bewusst illegal gespielt haben und nun Verluste zurückfordern (fordern sozusagen risikoloses Glücksspiel ein). Andererseits weil viele Anbieter wissentlich illegales Glücksspiel angeboten haben.
Juristisch wird das Thema höchstrichterlich zu klären sein. Das wird aber dauern... Sehr sehr lange dauern....
Eine zeitlang haben viele Prozesskostenfinanzierer vollmundig mit "Geld zurück für Spieler" geworben. Die meisten Anbieter haben sich zurückgezogen bzw. sind mittlerweile kleinlaut. Die werden trotz extrem hoher Provisionen im Erfolgsfall (teilweise bis zu 40 - 80% der Verluste der Spieler) ihre Gründe haben. Ich vermute einfach mal mangelnde Aussicht auf Erfolg.
Paar große Anbieter haben sich Wirtschaftskanzleien gesucht und Spielern Vergleiche angeboten. Das waren teilweise unterirdische Angebote.
k****y
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#5
14. Jan. 2026 um 15:26 Uhr
Ende Januar wird Berufungsverfahren in malta zum bill55 stattfinden.
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#7
14. Jan. 2026 um 17:34 Uhr
Was bringt eine Klage, wenn der Anbieter kurz darauf den Lizenz bzw. Betreiberträger tauscht? Nach außen alles gleich, sofern nicht vollständig zurückgezogen, rechtlich aber eine neue Gesellschaft ohne Haftung. Sind also bestimmt 96% raus.
Was bringt eine Klage, wenn der Anbieter kurz darauf den Lizenz bzw. Betreiberträger tauscht? Nach außen alles gleich, sofern nicht vollständig zurückgezogen, rechtlich aber eine neue Gesellschaft ohne Haftung. Sind also bestimmt 96% raus.
Ein Lizenz oder Betreiberwechsel bedeutet nicht automatisch Haftungsfreihheit.
Zudem prüfen doch die Gerichte bei gleichbleibender Marke, Plattform und wirtschaftlicher Struktur regelmäßig eine wirtschaftliche Identität oder Rechtsnachfolge.
Was bringt eine Klage, wenn der Anbieter kurz darauf den Lizenz bzw. Betreiberträger tauscht? Nach außen alles gleich, sofern nicht vollständig zurückgezogen, rechtlich aber eine neue Gesellschaft ohne Haftung. Sind also bestimmt 96% raus.
Die Forderungen verfallen nicht, nur weil die Firma eine neue Lizenz hat oder eine Gesellschaft hat (neue Firma).
Man klagt ja einen bestimmten Zeitraum und da hat Firma X unter Lizenz Y (MGA) sein Glücksspiel betrieben und ist für den Zeitraum auch verpflichtet, gewisse Regularieren etc. einzuhalten.
Wäre sonst voll die Gesetzeslücke und jede Firma würde eine neue Firma gründen oder Lizenzen wechseln, um ihre Verpflichtungen zu entkommen :D
Schwer ein Vergleich zu bringen, aber wenn z. B. Nestle hier in DE arbeitet und sich an DE/EU-Verpflichtungen nicht hält und dann vom EU-Markt ganz verschwindet, dann entfallen doch keine Verpflichtungen /Forderungen, nur weil sie jetzt im Markt nicht mehr tätig sind.
k****y
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Die Forderungen verfallen nicht, nur weil die Firma eine neue Lizenz hat oder eine Gesellschaft hat (neue Firma).
Man klagt ja einen bestimmten Zeitraum und da hat Firma X unter Lizenz Y (MGA) sein Glücksspiel betrieben und ist für den Zeitraum auch verpflichtet, gewisse Regularieren etc. einzuhalten.
Wäre sonst voll die Gesetzeslücke und jede Firma würde eine neue Firma gründen oder Lizenzen wechseln, um ihre Verpflichtungen zu entkommen :D
Schwer ein Vergleich zu bringen, aber wenn z. B. Nestle hier in DE arbeitet und sich an DE/EU-Verpflichtungen nicht hält und dann vom EU-Markt ganz verschwindet, dann entfallen doch keine Verpflichtungen /Forderungen, nur weil sie jetzt im Markt nicht mehr tätig sind.
Genau😂👏🏻 sonst wäre glücksspiel ja das einzige business, wo man sich mit nem neuen briefknopf aus der Haftung verabschieden kann 😀 und das glaubt ja keiner die sind ja nicht dumm
Genau😂👏🏻 sonst wäre glücksspiel ja das einzige business, wo man sich mit nem neuen briefknopf aus der Haftung verabschieden kann 😀 und das glaubt ja keiner die sind ja nicht dumm
Soweit ich weiß gilt das auch bei Übernahme, also beim Verkauf einer Firma. Der neue Eigentümer haftet dann für die alten Klagen. Soweit ich das lese werden z. B. Steuerschulden auch übertragen (Quelle Haftungsrisiken bei Betriebsübernahmen).
Hab mich aber mit den Thema nie beschäftigt, daher kann ich keine 100% Aussagen tätigen. Sowas wäre wirklich interessant gewesen, aber stattdessen wurde ich mit Marketing und co. bestraft xD
Ein Lizenz oder Betreiberwechsel bedeutet nicht automatisch Haftungsfreihheit.
Zudem prüfen doch die Gerichte bei gleichbleibender Marke, Plattform und wirtschaftlicher Struktur regelmäßig eine wirtschaftliche Identität oder Rechtsnachfolge.
Viele der Firmen mit großen Spielerklagen haben die alten Gesellschaften einfach in die Insolvenz gehen lassen bzw. leergeräumt.
Kann mir nicht vorstellen, dass da viele Spieler jemals Geld sehen werden. Selbst wenn Spieler recht bekommen sollten..... Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.
Viele der Firmen mit großen Spielerklagen haben die alten Gesellschaften einfach in die Insolvenz gehen lassen bzw. leergeräumt.
Kann mir nicht vorstellen, dass da viele Spieler jemals Geld sehen werden. Selbst wenn Spieler recht bekommen sollten..... Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.
Laut DE-Gesetz wäre das "Firmenfortführung", aber wer weiß, wie es in Malta und co. aussieht.
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#14
14. Jan. 2026 um 22:00 Uhr
Am Ende ist egal was DE oder Malta Gesetz ist. EU Gesetze steht doch über Landesgesetze oder nicht? (Jetzt mal ganz simpel ausgedrückt, bin gar nicht in der Materie drin) Gibt es EU Gesetze diesbezüglich? Gibt's Firmenfortführung auch im EU Recht?
Betrachte Tippfehler als mein Geschenk an dich. :')
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Laut DE-Gesetz wäre das "Firmenfortführung", aber wer weiß, wie es in Malta und co. aussieht.
Der entscheidende Unterschied zwischen Deutschland und Malta liegt im rechtlichen Ansatz und im politischen Willen, Glücksspielanbieter zu schützen oder zu sanktionieren. In Deutschland stellen Gerichte stark auf die materielle Realität ab: Wenn ein Unternehmen wirtschaftlich fortgeführt wird – gleiche Marke, gleiche Webseite, gleiche Kundenströme –, kann trotz neuer Gesellschaft eine Haftung wegen Firmenfortführung oder wirtschaftlicher Identität entstehen.
In Malta hingegen gilt ein deutlich formalistischeres Gesellschafts- und Prozessverständnis. Dort wird primär geprüft, ob eine Gesellschaft rechtlich eigenständig ist, unabhängig davon, ob sie faktisch das gleiche Geschäft betreibt. Zusätzlich hat Malta mit einer speziellen gesetzlichen Regelung festgelegt, dass ausländische Urteile zu Spielerverlusten nicht anerkannt werden müssen, wenn der Anbieter eine maltesische Lizenz hatte und das Glücksspiel nach maltesischem Recht zulässig war.
Casinos haben in Malta beispielsweise eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die Branche wird geschützt werden. Deutsches Recht wird auf Malta keinen interessieren.
Viele der Buden arbeiten auch mit windigen Lizenzmodellen.... Da sind dann verschiedene Firmen in verschiedenen Ländern beteiligt bzw. Gewinne wurden abgeschöpft.
Haben mittlerweile auch die meisten Prozessfinanzier eingesehen, dass sie da nicht weit kommen werden. Die meisten Werbeanzeigen dazu sind ja auch verschwunden.....
Ich persönlich wäre als klagender Spieler nicht sehr optimistisch. Aber wiegesagt, das soll jeder mit seinem Rechtsbeistand selber für sich entscheiden.....