Ich glaube, hier sollte man zwei Dinge trennen: Zum einen die persönliche Verantwortung, zum anderen die Frage, ob ein Anbieter eine ausdrücklich permanente Selbstsperre technisch und organisatorisch wirklich einhalten muss. Das sind zwei unterschiedliche Themen.
Spielsucht ist eine anerkannte Suchterkrankung, gleichzeitig entbindet das natürlich niemand komplett von Verantwortung. Aber genau deshalb gibt es Selbstsperren überhaupt – weil Menschen in schwachen Momenten eben nicht immer rational handeln. Wenn ein Anbieter eine dauerhafte Sperre bestätigt und diese später trotzdem umgangen oder aufgehoben wird, halte ich das für völlig indiskutabel. Das ist eine der Schattenseiten des illegalen Marktes – in der Praxis gibt es dort keinen echten Spielerschutz.
Viel machen kann man dagegen meistens nicht. Gegen illegale Anbieter, die aus dem Ausland agieren, hat man in der Realität nur sehr begrenzten Handlungsspielraum.
Am Ende bleibt leider oft nur, sich selbst zusätzlich abzusichern: Zahlungsmethoden sperren oder fremdverwalten lassen, Kreditkartenlimits setzen, Tools wie BetBlocker nutzen und möglichst alle Einzahlungswege kappen. Das löst das Grundproblem nicht, kann aber in schwachen Momenten eine wichtige zusätzliche Hürde sein.
Und unabhängig von der Schuldfrage gilt aus meiner Sicht: Wenn das Spielverhalten bereits so aus dem Ruder läuft, dass man sich selbst sperren lassen muss und trotzdem immer wieder in solche Situationen gerät, sollte man sich professionelle Hilfe suchen.
Schuldzuweisungen halte ich hier für fehl am Platz. Spielsucht ist eine anerkannte Suchterkrankung und keine Frage von „einfach zusammenreißen“. Menschen in so einer Situation brauchen meiner Meinung nach Hilfe, nicht Spott oder Vorwürfe.
BTW.... Auch ich halte es grundsätzlich für moralisch fragwürdig, verlorene Gelder einfach zurückfordern zu wollen. Aber ich maße mir da kein Urteil an, weil ich selbst nicht spielsüchtig bin und nicht weiß, wie ein Mensch in so einer Suchtdynamik tatsächlich denkt oder handelt.