Abstrakte Zeichnung eines Online-Slots und geöffnete Hand daneben, die Euro-Münzen auffängt.

123 Millionen Euro mehr für den Bund dank neuer Glücksspielsteuer

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Veröffentlicht am
01. Nov 2022
von David

Die neue Glücksspielsteuer für virtuelle Automatenspieler brachte der Bundesregierung im dritten Quartal 2022 123,2 Millionen Euro ein. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den Einnahmen des Vorjahres. Im dritten Quartal 2021 betrugen die Steuereinnahmen nur etwas mehr als 32,5 Millionen Euro. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass der legale Online-Glücksspielmarkt in Deutschland wächst und dem Bund erhebliche steuerliche Mehreinnahmen beschert. Der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 ermöglicht es erstmals, virtuelle Spielautomaten mit deutscher Lizenz anzubieten. Glücksspielanbieter müssen 5,3 % jedes Einsatzes als Steuer zahlen. Die neue Steuer wurde schon bei ihrer Einführung heftig von Anbietern und Wirtschaftsvertreten kritisiert.

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Neue Glücksspielsteuer bringt mehr als 123 Millionen Euro ein

Ein Blick auf die aktuellen Steuerdaten zeigt, warum Online-Glücksspielanbieter mit der Glücksspielsteuer unzufrieden sind. Einsatz-Steuern benachteiligen die Anbieter virtueller Spielautomaten erheblich im Vergleich zu anderen Formen des Glücksspiels. Das zeigt ein direkter Vergleich mit Online-Sportwetten.

Sportwettenanbieter müssen im dritten Quartal 2022 53,4 Millionen Euro an Steuern zahlen. Im Gegensatz dazu mussten Anbieter von virtuellen Spielautomaten mehr als das Doppelte zahlen. Die Frage stellt sich, wie ein solches Ungleichgewicht zustande kommt. Diese Frage lässt sich ganz einfach beantworten, wenn man sich die Prozesse bei Sportwetten und Glücksspielen ansieht. Bei Sportwetten wird nur einmal gewettet und damit auch nur einmal besteuert. Bei Online-Spielautomaten hingegen wird der Einsatz in jeder Runde neu gesetzt und die Steuer jedes Mal neu abgezogen.

Experten sind sich seit Langem einig, dass eine Besteuerung von Anteilen an virtuellen Spielautomaten keine gute Idee ist. Die aktuellen Daten belegen dies eindrucksvoll. Ebenso spannend ist die Tatsache, dass auch Online-Poker-Anbieter 8 Millionen Euro an Steuern zahlen müssen, obwohl noch keine Online-Poker-Lizenzen erteilt wurden. Daher müssen Pokeranbieter im Rahmen der Übergangsregelung Steuern zahlen. Bisher haben weder das derzeit für das Glücksspiel zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt noch die gemeinsamen Glücksspielbehörden der Länder erklärt, warum bisher keine einheitliche Online-Poker-Lizenz erteilt wurde. Eine Möglichkeit wäre es, die Lizenz für Online-Poker an das Steuerrecht zu binden. Dadurch könnten die Behörden die Glücksspielregulierung erheblich beschleunigen.

Die Glücksspielsteuer mindert die Attraktivität virtueller Spielautomaten

Grundsätzlich sind Steuererhöhungen im Bereich der virtuellen Spielautomaten zu begrüßen. Nicht zuletzt beweist ein erhöhtes Steueraufkommen, dass vermehrt legitime Online-Casinos genutzt werden. Dies ist ein gutes Zeichen, da ganz klar erkenntlich ist, dass die Kunden das legale Angebot positiv annehmen und dem Schwarzmarkt Spieler weggenommen werden. Allerdings muss man sich auch bewusst sei, dass angesichts der Tatsache, dass es immer noch relativ wenige lizenzierte Online-Casinos gibt, noch einiges an Arbeit auf die Behörden zukommen wird.

Aber was macht Glücksspielsteuern in den Augen von Experten so problematisch? Glücksspielsteuern sorgen für eine niedrigere Auszahlungsquote für Spielautomaten. Wenn 5,3 % als Steuer vom Kapital abgezogen werden, bedeutet dies, dass die Auszahlungsquote niedriger als 94,7 % sein muss oder der Glücksspielanbieter kann kein Geld verdienen.

Vor der Einführung der Glücksspielsteuer lag die durchschnittliche Auszahlungsquote bei Online-Spielautomaten bei rund 96 %, allerdings muss man hier bedenken, dass kaum Steuern an den Bund gezahlt wurden. Aktuell liegt der Durchschnitt wohl bei 89 % bis 90 %. Hier lässt sich auch ein Vergleich zu den alten Tagen ziehen, als die Auszahlungsquoten an Spielautomaten in Restaurants und Einkaufszentren zwischen 40 % und 60 % lagen. Doch Glücksspielbegeisterte in Deutschland vergleichen ihre Gewinnchancen nicht mit längst vergangenen Zeiten, sondern mit Online-Spielautomaten, die tatsächlich im Internet verfügbar sind. Die Attraktivität von Spielautomaten in legalen Online-Casinos könnte durch eine Änderung der Glücksspielsteuer deutlich gesteigert werden. Bei einer solchen Änderung müsste der Bund allerdings auf Steuereinnahmen verzichten, die zu Teilen auch für die Prävention von Spielsucht genutzt werden.

Die Bruttospielerträge sind eine der Alternativen für die Glücksspielsteuer

Fast überall auf der Welt werden Steuern auf die Bruttoeinnahmen aus Glücksspielen erhoben. Bei dieser Art der Besteuerung ist es entscheidend, wie viel der Einsätze wirklich beim Anbieter landen. Die einzelnen Einsätze sind eine ungünstige Besteuerungsgrundlage, da laut Experten die Attraktivität des Spiels leidet. Dies gilt insbesondere für Spiele, die immer wieder neu starten und daher immer wieder besteuert werden. Was bei Sportwetten gut funktioniert, ist bei Online-Slots keine gute Lösung. Vertreter der Branche befürchten, dass eine Änderung der Besteuerung aufgrund der Einnahmen unwahrscheinlich ist. Allerdings spricht nichts dagegen, die Steuer anders zu gestalten, um gleich hohe Steuereinnahmen zu ermöglichen. Der Vorteil ist, dass der Auszahlungsprozentsatz des Spielautomaten nochmals erhöht werden kann und damit die Attraktivität steigen könnte. Dadurch wäre es möglich, dem Schwarzmarkt noch mehr Kunden wegzunehmen und auf legale Seiten mit entsprechendem Spielerschutz zu lenken.

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