Pokertisch mit Spielkarten, Chips und dem Schriftzug "All In - The Poker Movie"

All In: Wie war das damals mit dem Pokerboom?

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Veröffentlicht am
02. Sep 2022
von Tanja

All In: The Poker Movie – so der vollständige Titel, den wir ab jetzt mit All In abkürzen werden – ist eine umfassende Dokumentation über den Aufstieg von Poker im Laufe der Zeit. Wenn du dich fragst, wie Poker von einem kleinen Spiel aus der Nische zu einem weltweiten Phänomen heranwachsen konnte, bist du hier genau richtig. Zahlreiche wichtige Personen aus der Industrie – auch aus der Zeit vor Onlinepoker – kommen zu Wort. Ursprünglich sollte die Dokumentation übrigens schon früher veröffentlicht werden, doch der Black Friday machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. All In wurde nie für den deutschen Markt aufbereitet, deine Sprachkenntnisse in Englisch sollten also solide sein.

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Fakten im Schnelldurchlauf

Erscheinungsdatum: 29. Juli 2011

Laufzeit: 100 Minuten

Originalsprache: Englisch

Regie: Douglas Tirola

Drehbuch: entfällt

Altersfreigabe: ab 0 Jahren

Stars: Matt Damon, Phil Hellmuth, Annie Duke, Daniel Negreanu und viele mehr

IMDb-Bewertung: 6.6/10

6.6/10

Alle Augen auf die Pokerwelt

All In handelt in mehreren Abschnitten von den Anfängen der Pokerwelt und dem damals kaum gespielten Texas Hold’Em bis zum vernichtenden Black Friday und darüber hinaus. Zu bedenken ist: Du hast es hier mit einer Dokumentation zu tun, die 2011 in die Kinos kam. Eigentlich war die Veröffentlichung schon früher geplant, doch kurz zuvor kam es zum Black Friday am 15. April 2011. Zur Erinnerung: Dieses Ereignis führte dazu, dass viele Pokerbetreiber ihr Angebot einstellen oder verlagern mussten. Da dies zweifelsohne ein bedeutendes Erlebnis in der Geschichte von Onlinepoker im Allgemeinen war, wollte Regisseur Douglas Tirola dies unbedingt in der fertigen Dokumentation haben.

Es geht los mit den Anfängen der Pokerwelt, die für Spieler heute praktisch kaum noch relevant sind. Legendäre damalige Spieler wie Stu Unger sind Pokerenthusiasten zwar ein Begriff, doch damals schlugen die Uhren noch etwas anders. Poker hatte in den 1970ern ein anderes Image und wurde von Menschen gespielt, die zwar nicht außerhalb des Gesetzes agierten, aber die auch nicht völlig in die Gesellschaft eingebunden waren. Damit hatte Poker auch einen gehörigen Schuss Wilder Westen inne. Genau diese Faszination fängt All In im ersten Drittel des Filmes ein.

Erst später, wie All In in seiner zweiten Hälfte demonstriert, kam der Mainstreamerfolg – und zwar durch das Fernsehen. Kameras in die Tische einzubauen und sehen zu können, welche Karten die Spieler hatten, machte einen gewaltigen Unterschied. Denn Poker war zwar immer spannend zu spielen, aber langweilig anzusehen. Erst das Aufdecken der Karten sorgte dafür, dass Zuschauer mitfiebern konnten – und das zeigt All In eindrucksvoll. TV-Shows schossen wie Pilze aus dem Boden und die Pokerindustrie wuchs zeitweise schneller als jeder andere Industriezweig in den USA. Langsam verflog so auch der Spielcharakter und Poker gewann eher die Bedeutung von Sportevents, bei denen jeder mitfiebern konnte.

Im letzten Drittel setzt sich All In schließlich mit dem Boom durch Onlinepoker auseinander: Eine neue Generation aus Spielern kam an die Tische und befeuerte das Spiel. Nicht immer wird positiv von ihnen gesprochen: Junge Spieler mit Sonnenbrille und Hoodie bringen nicht dieselbe Spannung und Persönlichkeit mit wie einige alte Hasen. 

Dem bereits erwähnten Black Friday und den praktisch skandalösen Umständen, unter denen das Gesetz verabschiedet wurde, werden ebenfalls gute 15 Minuten gewidmet. All In endet mit einem positiven Ausblick auf die Pokerwelt – und zwar zu Recht, denn trotz des temporären Einbruchs nach dem Black Friday ist Poker heute beliebter als je zuvor.

Schauspielerinnen und Schauspieler

Schauspieler wie in Filmen gibt es hier natürlich nicht. Stattdessen wirst du mit vielen unterschiedlichen Figuren konfrontiert, die sich vor allem in der US-amerikanischen Szene einen Namen machen konnten. Dazu gehörigen kontroverse Akteure wie Howard Lederer und Chris Ferguson ebenso wie beliebte Spieler und TV-Hosts wie Gabe Kaplan oder Mike Sexton. Zahlreiche auch heute noch bekannte Gesichter wie Phil Hellmuth – zu sehen, wie er als König auf einer Sänfte ins Casino getragen wird(!) -, Daniel Negreanu, Joe Cada oder alte Schwergewichte wie Doyle Brunson sind mit dabei. Auch einige reale Stars haben es in den Film geschafft – so kommt etwa Matt Damon zu Wort, der zwar Schauspieler ist, aber in seiner Freizeit gerne auch pokert.

Es gelingt All In ausgesprochen gut, ein unfassbar diverses Sortiment aus Personen zu Wort kommen zu lassen. Neben den genannten Spielern triffst du auf TV-Produzenten oder Turnierorganisatoren. Diese bieten noch einmal einen ganz anderen Einblick in die Pokerwelt und wie sie es geschafft hat, innerhalb kurzer Zeit auf diese Dimensionen heranzuwachsen und ihr altes Image abzuschütteln.

Wo wurde All In gedreht?

Wie es bei Dokumentationen üblich ist, reisen wir als Zuschauer nicht an bestimmte Locations, sondern filmen einfach da, wo wir die richtigen Leute treffen. Entsprechend sieht es so aus, als wären weite Teile von All In in Casinos in Las Vegas entstanden, in Büroräumen verantwortlicher Personen oder auch zu Hause bei dem einen oder anderen Interviewpartner. Viel Aufwand wurde nicht betrieben, stattdessen liegt der Fokus auf einem authentischen Umfeld, was dem Film auch sehr gut gelingt.

Caesars Palace in Las Vegas bei Nacht von außen

Außerdem greift das Filmteam auf sehr viele Archivaufnahmen zurück. So werden gerade in der ersten Hälfte, wenn es um die Geschichte von Poker vor dem großen TV-Boom geht, Aufnahmen aus längst vergangenen Zeiten herangezogen. Da All In nur auf DVD erhältlich ist, sieht man dies auch: Die Produktionsmaßstäbe lassen sich nicht mit aktuellen Dokumentationen messen, die Bildqualität ist durchwachsen, aber reicht gerade so aus. Ein 1080p-Bild darfst du nicht erwarten, über dem gesamten Film liegt ein etwas unscharfer Schleifer. Bei einer Dokumentation dürfte das jedoch nur beiläufig wichtig sein.

So entsteht letztendlich ein Film, der zwischen der guten, alten Zeit und der Moderne in Form des Internetpokers hin und her wechselt und beide Welten miteinander verbindet. Ein positiver Unterton weht dabei permanent durch den Film – trotz des teilweise drastischen Gegenwindes, der Poker auch heute noch ins Gesicht bläst.

Wie viel Wahrheitsgehalt hat All In?

100 %! Die Filmemacher vermeiden es auch, selbst zu Wort zu kommen. Stattdessen wird nüchtern berichtet über das, was in den verschiedenen Epochen wirklich passiert ist. Wertungen werden von All In nicht vorgenommen, stattdessen erzählen einige Zeitgenossen der jeweiligen Ereignisse, wie es vor und hinter den Kulissen aussah. Weder handelt es sich um eine Pro- noch Contra-Poker-Doku. Stattdessen wirst du mit mehreren Jahrzehnten Pokergeschichte innerhalb von 100 Minuten konfrontiert und bist am Ende – wie es sich für eine gute Dokumentation gehört – wesentlich schlauer.

Erfolg an den Kinokassen

Dokumentationen werden nicht mit Geld im Hinterkopf gedreht und meistens günstig produziert. Dies trifft auch auf All In zu: Die selbst aufgenommenen Szenen beschränken sich auf Interviews oder Aufnahmen von Spieltischen, der Rest kommt aus dem Archiv. Wenn All In einen siebenstelligen Bereich für die Produktion erreicht hat, würde uns das sehr überraschen.

Ebenso wenig wie über die Produktionskosten ist über den Kinoerfolg bekannt. In Deutschland entfallen die Umsätze komplett, da der Film hier gar nicht direkt erhältlich ist und auch nicht in den Kinos lief. In den USA war das anders, aber All In ist eben noch immer ein Nischenfilm. Zwar wird Matt Damon prominent auf dem Titelbild platziert, aber darauf sind seiner Zeit sicherlich nicht zu viele Kinogänger “reingefallen”. Ob der Film sein Geld wieder eingespielt hat, ist daher fraglich – aber bei einer Dokumentation eben auch nicht wichtig.

Lohnt sich All In?

Sofern das Englische dir keine Probleme macht, findest du in All In eine der besten Dokumentation über Poker von den Anfängen bis in die relative Neuzeit (von 2011). Bei IMDb wird das mit einer Wertung von 6,6 von 10 möglichen Punkten belohnt.

Dabei schafft es Regisseur Douglas Tirola sehr gut, die Dokumentation nicht zu ernst werden zu lassen. Du bekommst schnell den Eindruck, in einem Raum mit einigen Freunden zu sitzen und über das Pokergeschäft im Wandel der Zeit zu diskutieren. Hellmuth & Co. mögen in der Pokerwelt recht große Stars sein, aber hier plaudern sie einfach aus dem Nähkästchen, als wären sie deine besten Freunde.

Gut gelingt auch die Darstellung der verschiedenen Fakten. Manchmal werden wir regelrecht bombardiert mit Informationen – und manchmal wird nur ein Argument in den Raum geworfen, über das du später dann selbst nachdenken kannst. Weißt du bisher gar nichts über Poker, wirst du nach All In einen riesigen Wissensschatz zusammengesammelt haben. Die Informationsdichte ist hoch, “leere” Minuten hat dieser Film praktisch nicht zu bieten.

Eine Partei wird nicht ergriffen. Die guten Seiten des Pokers werden ebenso präsentiert wie die Schattenseiten, etwa als das Spiel – zu Unrecht – nach dem Black Friday in Verruf stand. Nicht wenige Pokerspieler dachten damals, dass es mit dem Boom nun vorbei sei. Im Laufe der Jahre wurden wir jedoch eines Besseren belehrt und heute läuft das Spiel vielleicht besser als je zuvor. Tirola nimmt außerdem Bezug auf die Medienwelt selbst und zitiert aus Filmen wie Rounders oder Cincinnati Kid.

Dabei wird im Laufe des Films eine Sache besonders deutlich: Poker wandelte sich von einem Spiel für Halbkriminelle und Personen in der Grauzone zu einer Beschäftigung für jedermann. Die Blicke, die du heute erntest, wenn du sagst, dass du hauptberuflich pokerst, sind ganz anders als noch vor 30 Jahren – und den Gründen dafür geht All In sehr ausführlich auf den Grund.

Für deutsche Zuschauer vielleicht etwas weniger begreiflich sind die Szenen, in denen Poker als sehr US-amerikanisches Spiel dargestellt wird. Um dies vollständig zu verstehen, würde es helfen, selbst Teil dieser Kultur zu sein. Davon abgesehen ist All In aber eine auch in unserem Land absolut sehenswerte Darstellung der Pokerzeitgeschichte.

Wo kann ich All In anschauen?

In Deutschland wirst du es nicht einfach haben: Die Dokumentation wurde nie offiziell in deutscher Sprache vertont oder mit Untertiteln versehen. Eine Veröffentlichung hierzulande hat daher auch nicht stattgefunden. Suchst du nach Streaminganbietern, wirst du bei Google zwar Glück haben, doch dabei handelt es sich allesamt um Streamingangebote aus dem Ausland. Vielleicht kannst du dort mit einem VPN Zugriff erhalten, aber garantieren können wir es nicht.

Im Onlinehandel sieht es ebenfalls düster aus. Bei Amazon zum Beispiel kannst du All In kaufen, dort allerdings nur auf DVD und für einen Preis von fast 30 Euro – gebraucht! Als Dokumentation ist All In zwar unserer Meinung nach sehr gut gelungen, aber dieser Preis für eine einzige DVD ist hoch. Bist du großer Pokerfan, lohnt es sich trotzdem, denn eine bessere Dokumentation über den Pokerboom wirst du kaum finden können.

Fazit: Eine starke Dokumentation über Poker

Bist du an Poker nicht nur als Spiel interessiert, sondern auch aus historischer Sicht, ist All In praktisch ein Pflichtfilm. Während du im ersten Drittel etwas über die Vergangenheit lernst, kommen in den letzten 60 Minuten die TV- und Internetzeit zum Zuge. Weißt du jetzt schon viel über das Spiel, wirst du wahrscheinlich nicht viel Neues lernen. Dass Chris Moneymaker einen Boom auslöste, ist für Pokerfans sicherlich keine brandheiße Information. Die ganze Geschichte derart kompakt in 100 gut gefüllten Minuten zu erleben, ist dann aber doch sehenswert. Ein Problem könnte höchstens die fehlende Synchronisierung sein. Stört dich das nicht, empfehlen wir All In auf jeden Fall – auch für den hohen Kaufpreis.

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