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Glücksspiel und Inflation – eine gefährliche Mischung?

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Veröffentlicht am
26. Okt 2022
von David

Glücksspiel ist für viele eine “attraktive” Möglichkeit, schnell Geld zu verdienen. Zumindest wenn man sich die Werbung der unterschiedlichen Portale anschaut. Dass die Realität ganz anders aussehen kann, wissen viele, doch kann es in Zeiten der immer weiter steigenden Inflation vorkommen, dass viele das schnelle Geld jagen?

Dank steigender Inflation und Energiepreise haben die Deutschen weniger Geld im Portemonnaie. Gleichzeitig erwirtschaftet die Glücksspielindustrie hohe Gewinne. Wie kann das sein? Verbände vermuten, dass Spieler höhere Einsätze setzen, um damit die Inflation bei einem möglichen Gewinn auszugleichen. Getreu dem Motto: „Irgendwo muss Geld herkommen“?

Bei Suchtberatern lässt eine solche Entwicklung natürlich die Alarmglocken läuten. Gerade die erhöhten Einsätze bieten Grund zur Sorge. Bei vielen pathologischen Spielern kann das zu einer gefährlichen Spirale führen, die schließlich zum finanziellen Bankrott führen kann. Gleichzeitig stehen die Landessuchtstellen und Forschung vor einer komplett neuen Situation, zu der es keine Studien gibt.

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Führt die Inflation zu mehr Glücksspiel? Verband warnt vor „sehr gefährlichem“ Mix

Der Bundesverband Selbsthilfe Glücksspiel findet für die aktuelle Situation klare Worte. „Viele Menschen machen sich immer mehr Sorgen, dass sie wegen des starken Anstiegs der Energie- und Lebensmittelpreise nicht über die Runden kommen können. Das ist eine sehr große Gefahr für Spieler. Die Hoffnung ist, dass ein großer Sieg kommt, der einem dann alle finanziellen Sorgen nimmt.“

Die Situation kann auch Menschen, die noch nie oder kaum Sportwetten oder Lotto gespielt haben, zum Glücksspiel verleiten. Für Süchtige oder suchtanfällige Spieler ist die ganze Situation natürlich noch explosiver. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass jeder Spieler individuelle Entscheidungen trifft.

Überall sparen außer beim Glücksspiel

Das ganze Land versucht Geld zu sparen, damit man der Inflation zumindest etwas entgegensetzen kann. Allerdings scheinen Vielspieler die eigenen Einsätze nicht an die steigenden Lebenshaltungskosten anzupassen. „Zunehmende Bedenken, insbesondere finanzieller Art, haben uns nicht davon abgehalten, während unserer ‚aktiven‘ Zeit weiterzuspielen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Klubs, Timo Nobis. “Es spielt keine Rolle, ob die Inflation damals niedrig war oder so rasant ansteigend wie jetzt.”

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind derzeit rund 430.000 Menschen in Deutschland von problematischem Spielverhalten oder Spielsucht betroffen. Betroffene Personen zeigen häufig pathologisches Spielverhalten. Darunter versteht man exzessives Glücksspiel, das laut Bayerischer Landesstelle für Spielsucht zwei Merkmale aufweist:

Reicht das Geld zum Spielen nicht aus, wird das Geld meist geliehen, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. “Oft wird durch Lügen das wahre Ausmaß der Glücksspielproblematik verschleiert. In Einzelfällen kann es auch zu illegalen Aktivitäten zur Erlangung von Glücksspielgeldern kommen.” Ob diese Gefahren in Zeiten der Inflation größer sind, könne der Freistaat aufgrund der Datenknappheit nicht feststellen.

Auch das Suchtzentrum Mecklenburg-Vorpommern hat keine Daten, aber es wird spekuliert, dass Online-Glücksspiele und Sportwetten in Norddeutschland zunehmen werden. Das zeige sich bereits, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. “Leider erhoffen sich vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen, dass sie mit einem Gewinn viel Geld verdienen.”

Mehr mit der Inflation spielen? Studie aus Island findet Glücksspielverhalten in Krisenzeiten „verlockend“.

Es gibt kaum wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema. Eine Studie aus September in Großbritannien deutete an, dass gerade Frauen aufgrund der stark steigenden Lebenshaltungskosten immer öfter zum Glücksspiel verleitet werden, um die Haushaltskasse aufzubessern. Tobias Hayer, Glücksspielforscher an der Universität Bremen, verweist auf Forschungsergebnisse aus Island, die zeigen, wie die wirtschaftliche Lage und Glücksspiel interagieren. Die Psychologen erklärten, dass sich während der Rezession 2008 die Glücksspielaktivitäten auf Bevölkerungsebene veränderten.

In der Studie, an der die Universität Bremen beteiligt war, heißt es: „Wer von finanziellen Schwierigkeiten infolge der Rezession berichtete, kaufte eher Lottoscheine oder Rubbellose als diejenigen, die nicht von der Krise betroffen waren.“ Haye meint hier zu abschließend: „Offensichtlich ist die Aussicht, in Krisenzeiten Millionen durch einen einzigen Lottoschein zu gewinnen, verlockender als jetzt.”

Glücksspiel in Krisenzeiten: Trend in Island auch in möglich Deutschland?

Ein Trend wie in Island ist auch in Deutschland möglich. Offizielle Stellen in den Bundesländern haben jedoch noch keinen spürbaren Einfluss der Inflation auf das Spielverhalten beobachtet. Aktuell können die Landesstellen für Suchtberatung noch keine konkreten Zahlen vorlegen.

„Zumindest ist eine ähnliche Entwicklung im Lotteriebereich nicht auszuschließen. In Deutschland haben die Lotterien und Totoblock während der Pandemie bereits ein leichtes Umsatzplus verzeichnet.“, erklärt Hayer. Die Sportwetten-Branche feierte derweil Rekordgewinne. Angesichts der im November beginnenden Fußballweltmeisterschaft könnten sich hier auch zusätzliche Einnahmen ergeben. Trotz Inflation.

pogonici/shutterstock.com
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