Robert de Niro und Sharon Stone lachend zusammen

Casino (Film) – Der beste Casino Film

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Veröffentlicht am
30. Mär 2022
von David

Martin Scorsese ist bekannt für eine ganz bestimmte Art Film: episch in seinen Dimensionen, erzählt aus verschiedenen Perspektiven, und gespickt mit mächtigen Männern, die früher oder später aus gewaltigen Höhen in ebenso schwindelerregende Tiefen fallen. Casino aus dem Jahr 1995 ist keine Ausnahme. Sein Alter merkt man dem Film nicht an: Da er ohnehin in den 1970ern bis 1980ern spielt, könnte Casino genauso gut heute entstanden sein.

Ein wenig stabiles Sitzfleisch verlangen die 178 Minuten Laufzeit den geneigten Zuschauerinnen und Zuschauern zwar ab, doch jede Minute ist absolut sehenswert – und das Casino-Setting ist für potenzielle Glücksspielfreunde wie dich das Sahnehäubchen auf diesem exzellenten Crime-Drama.

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Fakten im Schnelldurchlauf

Erscheinungsjahr: 1995

Laufzeit: 178 Minuten

Originalsprache: Englisch

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Martin Scorsese und Nicholas Pileggi

Altersfreigabe: ab 16 Jahre

Stars: Robert DeNiro, Joe Pesci, Sharon Stone, James Woods, Kevin Pollak

IMDb-Bewertung: 8.2/10

8.2/10

Casino: Aufstieg und Fall von Sam Rothstein

Viele Filmbesprechungen beginnen mit Floskeln à la “Die Handlung ist schnell erzählt…”. In Bezug auf Casino ist dies ganz und gar nicht der Fall: Wir springen nach Chicago in die frühen 1970ern. Dort soll Sam “Ace” Rothstein (Robert DeNiro) im Auftrag der dort ansässigen Mafia das Casino Tangiers leiten – ein Novum, da Ace kein Italoamerikaner ist, sondern Jude. Der ist zwar vorbestraft, doch ein wenig Schmiergeld an die Chicagoer Polizei regelt auch dieses kleine Hindernis.

Robert DeNiro im Casino

ACHTUNG: Ab hier folgen zahlreiche Spoiler. Möchtest du dir die Freude an diesem Film also komplett erhalten, empfehlen wir dir, diese Sektion zu überspringen und bei der Überschrift “Schauspielerinnen und Schauspieler” weiterzulesen!

Da Ace viel Erfahrung aus dem Glücksspielbereich mitbringt und das Haus mit eiserner Hand führt, explodieren die Umsätze. Die Mafiabosse im Hintergrund beteiligen sich daran üppig, indem sie noch nicht verbuchte und versteuerte Einnahmen einfach direkt aus den Kassen nehmen und sich bringen lassen. Damit der Plan störungsfrei abläuft, soll der stets gewaltbereite Nicky Santoro (Joe Pesci) im Tangiers nach dem Rechten sehen und Ace den Rücken stärken – bis Nicky ganz eigene kriminelle Aktivitäten ankurbelt.

In der Zwischenzeit verliebt sich Ace in Ginger McKenna (Sharon Stone) und heiratet diese nach der Geburt einer Tochter sogar. Das Leben in Luxus gefällt ihr zwar, aber es lässt sie auch in Langeweile verfallen: Drogen und Alkohol sind die Folge, die Tochter wird vernachlässigt, eine Affäre mit Nicky Santoro beginnt. Als Ginger Nicky Santoro damit beauftragt, Ace umzubringen, lehnt dieser aus Gründen der Mafiaehre jedoch ab.

Im Tangiers häufen sich die Probleme nun ebenfalls, da Lokalpolitiker Pat Webb (Justus Ellis McQueen Jr.) darauf drängt, die Casinolizenz von Ace untersuchen zu lassen. Dabei findet eine Journalistin heraus, dass Ace zwar de facto der Boss des Casinos ist, eingetragen ist die Lizenz jedoch auf Philip Green (Kevin Pollak), der als Strohmann dient. Es folgen Anhörungen und die Strafverfolgung durch das FBI, anschließend zahlreiche Verhaftungen und Anklagen gegen die diversen Mafiamitglieder. Zeugen und Mitwisser werden massenhaft in Nacht-und-Nebel-Aktionen umgebracht.

Es folgen ein Attentat auf Ace, das dieser jedoch überlebt, sowie die Flucht von Ginger, die das gemeinsame Bankschließfach leerräumt, schließlich aber an einer Drogenüberdosis stirbt. Das Tangiers wird abgerissen, Nicky Santoro und dessen Bruder erhalten ihre Strafe durch die Mafiabosse und Ace verlässt schließlich gemeinsam mit der Tochter Las Vegas für immer.

Schauspielerinnen und Schauspieler

Casino bietet eine sogar in den Nebenrollen hervorragende Besetzung. In den 1990ern dürfte es schwer gewesen sein, einen Film mit einem ähnlich perfekten Cast zu finden wie Casino:

Auch in weiteren Rollen wirst du hier und da bekannte Gesichter finden – und selbst die Personen, die nur kurze Auftritte haben (wie die beiden Falschspieler in einer sehr bekannten Szene des Films), sind hervorragend besetzt und unterstreichen Scorsese Händchen dafür, auf winzige Details zu achten und seine Filme so authentisch wie möglich zu präsentieren.

Drehorte: Hier entstand Casino

Die soeben beschriebene Authentizität wurde auch durch die Drehorte perfekt eingefangen. Der gesamte Film entstand entweder direkt in Las Vegas oder in der nahen Umgebung (etwa die Szenen gegen Ende des Films, die außerhalb der Stadt spielen). Die verschiedenen Szenen, die das Casino im Inneren zeigen, und die Stellen, die in Büros und ähnlichen Räumen spielen, entstanden allesamt im damals bekannten Riviera. Das Gebäude war eine Mischung aus Hotel und Casino und von 1955 bis zur Schließung 2015 in Betrieb. 

Außenansicht des Riviera Hotels und Casinos bei Nacht

Auf über 10.000 Quadratmetern durften Spieler dort spielen – und ein solches Set nachzubauen, wäre viel zu teuer gewesen. Ergo drehte man immer bei Nacht, wenn die Besucherzahlen verhältnismäßig gering waren. Dies verleiht dem Film auch seinen extrem akkuraten Look des Inneren eines Casinos, da es nicht im klassischen Sinn ein Set ist, sondern hier wirklich tagsüber gespielt wurde. Besuchen kannst du das Casino übrigens nicht mehr, da es 2016 gesprengt wurde.

Die berauschende Kulisse des Riviera war in vielen thematisch ähnlichen Filmen zu sehen – darunter Ocean’s Eleven, Showgirls, Hangover und in der kurzen Casinoszene im ersten Austin Powers-Filme.

Weitere Drehorte von Casino

Der Eingang des Tangiers-Casino im Film war nicht wirklich der Eingang eines Casinos, sondern der des Landmark Hotels, das für den Dreh etwas verändert wurde. Auch dieses Hotel kannst du nicht mehr besuchen, da es abgerissen wurde.

Die vielen verschiedenen Szenen spielen allesamt vor größeren und kleineren Kulissen, die quer durch Las Vegas verstreut liegen. Als Ace und Ginger die Art ihrer Beziehung besprechen, passiert dies beispielsweise im Peppermill Restaurant. Dies existiert wirklich und du kannst es auch besuchen (in 2985 South Las Vegas Boulevard). Die heutige Inneneinrichtung sieht jedoch radikal anders aus als im Film.

Peppermill Restaurant in Las Vegas von innen

Als im Film Philip Green vorgestellt wird, bekommst du einen kurzen Ausblick auf einen überaus einladenden Swimming Pool geboten. Auch dieser existierte tatsächlich im Glass Pool Inn am 4613 South Las Vegas Boulevard – doch auch dieses Motel ist inzwischen abgerissen. Die gemeinsame Wohnung von Sam und Ginger steht jedoch noch: Das kleine Häuschen befindet sich an 3515 Cochise Lane, was mitten im Las Vegas National Golf Course liegt.

Hartland Mansion ist ebenfalls noch für Besucher zu erreichen: Dort händigt Philip Green eine Trophäe an Sam Rothstein aus, zu finden ist das Gebäude an 1044 South 6th Street. Der Pool im Inneren ist echt, du kannst dort tatsächlich schwimmen gehen. Hartland Mansion an sich ist Gastgeber und Veranstalter für Unternehmen, private Partys und natürlich Hochzeiten.

Das Restaurant, in dem Nicky und Ginger ihre Affäre beginnen, steht bis heute (teilweise): Es heißt La Concha und war an 2955 Las Vegas Boulevard South zu finden. Das Motel ist zwar nicht mehr vorhanden, die Lobby blieb allerdings intakt und dient heute als Besucherzentrum für Touristen. Möchtest du dich dort hinbegeben, ist 770 North Las Vegas Boulevard die richtige Adresse.

Außenansicht des ehemaligen La Concha Restaurants in Las Vegas

Wir könnten noch viele weitere Locations aufzählen, aber einen guten ersten Eindruck solltest du jetzt bekommen haben. Viele der glitzernden Bauten im Film existierten somit tatsächlich oder stehen sogar bis heute noch, ein Großteil wurde jedoch abgerissen oder wird nun für andere Zwecke verwendet. Angesichts des Themas von Casino scheint es passend zu sein, dass sich der im Film beschriebene Untergang auch in der realen Welt widerspiegelt.

Bezug zur Realität

Die meisten handelnden Charaktere basieren auf realen Personen, die seinerzeit tatsächlich vor Ort in Las Vegas lebten und arbeiteten. Zwar ist Casino ein fiktiver Spielfilm, doch viele Ereignisse fanden so statt wie im Film gesehen. Viele Details und Verstrickungen wurden jedoch geändert oder hinzugefügt.

So fand beispielsweise das eingangs zu sehende Bombenattentat auf Sam “Ace” Rothstein tatsächlich statt – aber die reale Person hieß Frank “Lefty” Rosenthal. Dieser war tatsächlich mit der Frau verheiratet, die Sharon Stone im Film als Ginger McKenna spielt, nur hieß diese eigentliche Geraldine McGee. Nicky Santoro existierte auch, allerdings als Tony Spilotro:

FBI Foto von Tony Spilotro

Diese Liste lässt sich auf so gut wie alle Charaktere ausdehnen.

Bestimmte Handlungsdetails wurden ebenfalls verändert. Beispielsweise hatten Sam und Ginger nicht eine Tochter, wie im Film, sondern zwei – und ein zusätzliches Kind hatte Ginger mit ihrem langjährigen Freund Lenny Marmor (im Film als Lester Diamond, gespielt von James Woods, zu sehen). Das Bombenattentat geschieht im Film im Jahr 1983, eigentlich passierte dies jedoch 1982. Das Casino Tangiers gab es nicht unter diesem Namen, das Vorbild war das real existierende Stardust (das 2007 abgerissen wurde, aber 1995 noch immer florierte).

Wie du siehst, weicht die Fiktion hier und da in ihren Details von der Realität ab. Insgesamt handelt es sich jedoch um eine Geschichte, die in weiten Zügen tatsächlich so stattgefunden hatte. Als Vorlage diente das gleichnamige Buch von US-Schriftsteller Nicholas Pileggi, der den Roman und das Drehbuch (zusammen mit Martin Scorsese selbst) gleichzeitig schrieb.

Erfolg an den Kassen

Wie es bei Filmen dieser Art häufig der Fall ist, stehen die Einspielergebnisse nicht im Verhältnis mit der Qualität des Films. Das Budget lag zwischen 40 bis 50 Millionen US-Dollar (zu bedenken: es handelte sich um das Jahr 1995, wo diese Summe durchaus viel Geld für einen Film war), das Einspielergebnis betrug 116 Millionen US-Dollar

Somit war Casino zwar ein wirtschaftlicher Erfolg, doch die Komplexität des Stoffes – deutliche Überlänge, vielschichtige Handlung, Behandlung eines Nischenthemas – verweigerte dem Film wohl größere finanzielle Anerkennung.

Warum Casino ein so guter Film ist

Vorweg sei gesagt: Selbst, wenn du mit Glücksspiel gar nichts am Hut hast, kannst du dir Casino ohne Bedenken anschauen. Wissen über Poker, Black Jack & Co. ist nicht notwendig, im Kern ist es ein Drama, in dem die Menschen und deren allmählicher Zerfall im Vordergrund stehen.

Der Reiz an Casino liegt an der sehr realitätsnahen Darstellung der Geschehnisse rund um Sam Rothstein und der hervorragend eingefangenen Casinoatmosphäre. In typischer Scorsese-Art hörst du eine Stimme aus dem Off, die erzählt, was gerade stattfindet, während die Kamera die Darsteller durch das Casino begleitet, die Spieltische einfängt und die Geräuschkulisse auf dich wirken lässt. Mit anderen Worten: Du bist hier wirklich dabei und nicht nur distanzierter Zuschauer.

Trotz der Laufzeit wirst du es schwer haben, überflüssige Minuten in Casino zu finden. Der Film macht sich Martin Scorseses Art zunutze, praktisch permanent den Fuß auf dem Gaspedal zu halten. Es passiert ständig etwas, leere Minuten wirst du einfach nicht finden. Die recht komplexe Handlung wird gut zugänglich gemacht, da schwer zu verstehende Vorgänge einfach von den Charakteren selbst erklärt werden.

Neben all der technischen Perfektion sind es dann natürlich die Darsteller und deren Schicksale, die den Film tragen. Das Casinoleben ist schön und gut, aber am Ende sind es nun einmal Charaktere, die einen Film sehenswert machen – und auch dies ist eine der großen Stärken von Casino. Mit anderen Worten: Einen besseren Film über die mafiösen Strukturen rund um Glücksspiel und Casinos und Las Vegas wirst du nicht finden.

Allerdings gilt: Um Casino zu mögen, muss man auch Freund der speziellen Art von Martin Scorsese sein. Trifft dies bei dir zu, wirst du keinen besseren Film über das Casinoleben im Allgemeinen finden als diesen.

Wo kann ich Casino gerade schauen?

Leider(?) aktuell nur auf DVD oder Blu-ray! Wir vermuten, dass lizenzrechtliche Probleme dem Streaming dieses Films gerade Probleme bereiten. Zwar ist der Film beispielsweise bei Amazon in dessen Streamingsektion aufgeführt, doch aus Deutschland kannst du Casino trotzdem nicht abrufen. Erfolg könntest du vielleicht mit einem VPN haben, um Ländersperren zu umgehen, aber dafür legen wir unsere Hand nicht ins Feuer. Kaufen kannst du ihn allerdings sowohl auf DVD oder Blu-ray und in einer Ultra-HD-Version für recht wenig Geld. Die wenigen Euros ist dieser Film auf jeden Fall wert.

Fazit

Du stirbst morgen und hast nur noch Zeit für einen einzigen Film mit Glücksspielbezug? Dann wirst du mit Casino genau die richtige Entscheidung treffen. Unserer Meinung nach wurden das Ambiente und die teilweise kriminellen Strukturen hinter diesen Etablissements noch nie besser eingefangen als in Casino. Schauspieler, Regie, Story, Musik: Hier passt einfach alles und lässt fast drei Stunden Laufzeit wie in einem irren, extrem spannenden Flug vergehen.

Rudolphous/commons.wikimedia.org
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Jeremy Thompson/commons.wikimedia.org
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J.R.Ramos/flickr.com
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Drown Soda/en.wikipedia.org

www.youtube.com

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