Nahaufnahme von Molly's Gesicht und Schriftzug "Molly's Game - Alles auf eine Karte"

Molly’s Game: Vom Skilauf in den Poker-Untergrund

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Veröffentlicht am
26. Aug 2022
von David

Magst Du Filme, die auf realen Geschehnissen basieren und dann auch noch Poker integrieren, bist Du bei “Molly’s Game – Alles auf eine Karte” genau richtig. Der für zahlreiche Auszeichnungen nominierte Film erstreckt sich deutlich über zwei Stunden Laufzeit und folgt einigen Jahren im Leben von Molly Bloom, die in der Pokerwelt ihr Glück sucht, aber ziemlich bald auch die Schattenseiten des Spiels kennenlernt.

Hervorragende Darstellerinnen und Darsteller hauchen Molly’s Game Leben ein. Gleichzeitig ist der Film recht anspruchsvoll und verlangt Aufmerksamkeit. Suchst Du nach einer packenden Biografie für einen Abend, an dem Du Dich ohne Ablenkung voll und ganz einer Filmwelt hingeben willst, ist Molly’s Game die richtige Wahl.

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Fakten im Schnelldurchlauf

Erscheinungsdatum: 25. Dezember 2017 (8. März 2018 in Deutschland)

Laufzeit: 141 Minuten

Originalsprache: Englisch

Regie: Aaron Sorkin

Drehbuch: Aaron Sorkin

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Stars: Jessica Chastain, Kevin Costner, Idris Elba, Michael Cera

IMDb-Bewertung: 7.4/10

7.4/10

Mehr als nur ein Spiel

Eigentlich wollte Molly Bloom (Jessica Chastain) auf Skiern an den Olympischen Spielen teilnehmen, doch durch eine Verletzung wurde daraus nichts. Stattdessen möchte sie Jura studieren – doch vorher gönnt sie sich eine Auszeit in Los Angeles, wo sie das nächste Jahr verbringen möchte. Dort verdient sie sich ihr Geld als Kellnerin, als sie eines Tages Dean Keith trifft (Jeremy Strong). Der erfolglose Immobilienmakler stellt Molly in seinem Büro ein und leitet sie bald an, ein Underground-Pokerturnier in der Cobra Lounge zu organisieren. Da zahlreiche Stars, Investmentbanker, Sportler und andere wohlhabende Menschen teilnehmen, verdient Molly allein mit Trinkgeldern ein kleines Vermögen.

– Achtung: Spoiler werden ab jetzt im Überfluss verraten. Überspringe diese Sektion komplett, falls Du Molly’s Game unvoreingenommen anschauen möchtest.

Bald darauf fällt Dean auf, dass Molly ihren Job etwas zu gut macht: Sie lockt neben dem anonymen Filmstar Player X (Michael Cera) immer mehr Personen ins Pokerspiel und wird aufgrund ihrer Eigenständigkeit bald von Dean rausgeworfen. Molly, inzwischen versiert im Pokerspiel, macht einfach ihr eigenes Spiel auf und mietet dafür ein Penthouse in einem Hotel, wo sie auch dessen Mitarbeiter einspannt, um das Spiel am Laufen zu halten. Player X – und viele andere Spieler – verlassen Deans Spiel und steigen stattdessen bei Molly ein.

Schnell drängt Player X darauf, die Limits zu erhöhen, was jedoch einige Spieler – wie Harlan Eustice (Bill Camp) – um Haus und Hof bringt. Als Molly Player X zur Rede stellt und auf Ethik am Spieltisch hinweist, verlässt dieser Mollys Spiel. Viele andere Spieler folgen ihm, zurück bleibt nur die desillusionierte Molly, die enttäuscht nach New York zieht, um dort ein neues Spiel aufzumachen. Was zuerst gut gelingt, wird bald schwierig: Mollys eigene Verluste beim Spiel ufern aus, bald wird sie von Strafverfolgungsbehörden befragt.

Zunehmend wird sie abhängig von verschiedenen Drogencocktails und die verbleibenden Spieler in ihrem Pokerspiel beginnen damit, wohlhabende Mitglieder der russischen und italienischen Mafia ins Boot zu holen. Diese bieten Molly ihre Dienste an, doch als sie ablehnt, wird sie in ihrem eigenen Haus angegriffen. Unter Anweisung von Douglas Downey (Chris O’Dowd), der als Informant an ihrem Spiel teilgenommen hatte, findet kurz darauf eine Razzia durch das FBI statt. Mollys Vermögen wird eingezogen und sie zieht nach Hause zu ihrer Mutter.

Nachdem sie zwei Jahre später ein Buch veröffentlicht, wird sie aufgrund der darin enthaltenen Informationen durch das FBI verhaftet. Der Anwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) bietet seine Dienste an, um sie vor einer Gefängnisstrafe zu bewahren – aber dazu müsste Molly die Namen zahlreicher unschuldiger Mitspieler an den Partien freigeben.

Schaue Dir Molly’s Game am besten selbst an, um herauszufinden, wie sie sich am Ende entscheidet!

Schauspielerinnen und Schauspieler

Molly’s Game ist mit starken Darstellerinnen und Darstellern gespickt:

Es verwundert nicht, dass Jessica Chastain für ihre Rolle für zahlreiche Auszeichnungen nominiert wurde und einige davon auch gewonnen hat. Sie trägt den Film praktisch allein auf ihren Schultern, was auch zum Inhalt des Films passt.

Obwohl die reale Molly Bloom während der Geschehnisse im Film wesentlich jünger war als Jessica Chastain (die 40 Jahre alt war, als Molly’s Game veröffentlicht wurde), war es eine gute Idee, sie zu casten. So wurde kein aufstrebendes Sternchen mit vielleicht 25 Jahren ausgewählt, sondern eine Frau mit dem notwendigen Alter und der Reife, um die unzähligen Probleme von Molly Bloom im Film glaubhaft darzustellen – ein echter Glücksgriff, der Dir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Wo wurde Molly’s Game gedreht?

Der Dreh wurde in vier großen Arealen abgehalten: Toronto, Beaver Valley und Collingwood in Kanada sowie New York City.

Früh im Film sehen wir Molly Bloom, wie sich für die Olympischen Winterspiele 2002 qualifizieren will. Im realen Leben spielte dies in Utah, für den Filmdreh einigte man sich jedoch auf den Beaver Valley Ski Club. Du kannst den Ort auch heute noch besuchen: Du findest den Skiclub im südlichen Ontario in Markdale und dort am 100 Pioneer Drive.

Weite Teile des Films spielen dann in Los Angeles – doch die Filmcrew hat diese Metropolregion nicht ein einziges Mal betreten. Stattdessen musste Toronto herhalten. Da dies auch selbst eine Weltstadt ist, dürfte der Unterschied nur auffallen, wenn Du Los Angeles praktisch in- und auswendig kennst. Viele Szenen in Innenräumen entstanden in den Pinewood Toronto Studios, die Du an 225 Commissioniers Street findest. 

Der riesige Komplex musste drei Bühnen bereitstellen, wo komplizierte Sets aufgebaut wurden – etwa um die Szenen vor Gericht mit Molly darzustellen. Manche (wenige) Szenen, die später im Büro ihres Anwalts Charlie stattfinden, wurden ebenfalls hier gedreht.

Die Büroszenen, in denen Du einen weiten Blick über die Stadt bekommst, wurden im Citigroup Place an der 123 Front Street West gedreht – eigentlich ein Bankgebäude der gleichnamigen Citigroup. 

Die Lobby dieses Gebäudes im Film ist hingegen nicht echt, stattdessen wurden sie im Toronto Dominion Centre gedreht, das sich im Westen der Stadt befindet.

Einige Restaurants im Film dienen als Treffpunkte zwischen Molly und den anderen Charakteren – etwa dem Agenten, mit dem sie über die Veröffentlichung ihres Buches verhandelt. Dieses Restaurant heißt Katana on Bay, zu finden war es an der 333 Bay Street. Heute gibt es das Restaurant leider nicht mehr, es wurde komplett geschlossen – eventuell pandemiebedingt. Andere Restaurants aus dem Film sind Hy’s Steakhouse & Cocktail Bar sowie Bardi’s Steak House. Beide kannst Du heute noch besuchen, zu finden sind sie an 365 Bay Street und 56 York Street.

Zuletzt verschlägt es uns schließlich noch nach New York. Die bekannteste Stelle, der wir auch im Film begegnen, dürfte dort klar der Wollman Rink im Central Park sein. Dort treffen sich bei niedrigen Temperaturen die Schlittschuhläufer und laufen im Kreis, was Du schon in vielen anderen Szenen gesehen haben dürftest. Der Ort ist äußerst beliebt bei Filmmachern für Szenen aller Art – bei Tag, bei Nacht, für witzige Szenen oder Melancholisches.

Wie viel an Molly’s Game ist wahr?

Erstaunlich viel! Das geschriebene Drehbuch basiert in weiten Teilen auf dem Buch mit demselben Namen, geschrieben von Molly Bloom. Darin schreibt Bloom ihre Memoiren an ihren – trotz ihrer noch verhältnismäßig jungen Jahre (aktuell ist sie 44 Jahre alt) – durchaus ereignisreichen Lebensstil auf. Nicht alles im Film stimmt zu 100 % mit der Wirklichkeit überein: Schreiber Aaron Sorkin hat die Biographie von Molly Bloom genutzt und sie so abgewandelt, dass daraus ein verfilmbares Drehbuch entstand.

Dies geschah alles, nachdem Bloom die Sache abgesegnet hatte, denn Sorkin war ihr Lieblingsschreiber und so gab sie ihm grünes Licht, ihre Memoiren auf die große Leinwand zu transportieren. Möchtest Du also einen spannenden, tiefgründigen Film mit hohem Wahrheitsgehalt sehen, führt an Molly’s Game kaum ein Weg vorbei.

Erfolg an den Kinokassen

Dramen, die auf Autobiographien beruhen, sind nicht unbedingt Kassenschlager. Molly’s Game hat es trotzdem geschafft, sein Budget locker einzuspielen: 30 Millionen US-Dollar hat der Film gekostet, fast 60 Millionen US-Dollar hat er allein an den Kinokassen weltweit eingespielt. Rechnen wir noch die Verkäufe von DVD und Blu-ray hinzu und die Streamingeinnahmen obendrauf, war Molly’s Game garantiert ein angenehmer Erfolg für das Filmstudio STX Entertainment.

Ist Molly’s Game sein Geld wert?

Bei IMDb hält der Film einen Wert von 7,4 von 10 Punkten inne, was ein sehr gutes Ergebnis auf dieser kritischen Seite ist. Außerdem wurde er für insgesamt 24 Auszeichnungen nominiert, von denen insgesamt fünf gewonnen werden konnten. Das allein dürfte Dir einen guten ersten Eindruck von Molly’s Game vermitteln.

Eine sehr starke Qualität des Films ist die Tatsache, dass Du am Ende sagen wirst: “Wie, schon vorbei?” Mit einer Laufzeit von 141 Minuten ist Molly’s Game sicherlich kein Leichtgewicht, aber das Drama ist inhaltlich so dicht gepackt, dass praktisch kein Leerlauf vorhanden ist. Ganz ohne große Action und gewaltige Sets zieht Dich die Story der realen Molly Bloom schnell in ihren Bann. Die Geschichte spart auch nicht mit Baustellen, die es zu bearbeiten gilt: Es gibt die russische und die italienische Mafia, Poker, zwielichtige Hinterhöfe, wohlhabende Prominente, Sportler. Das alles unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Du als Zuschauer nicht den Überblick verlierst, ist keine leichte Aufgabe. In Molly’s Game funktioniert es aber perfekt.

Die Dialoge sind eine weitere Stärke des Films. Es wird wirklich so viel geredet in diesem Film, dass man sich zeitweise in einem Tarantino-Film vermutet – aber offenbar kann auch Aaron Sorkin hervorragende Gespräche schreiben. Gesprochen werden diese dann von Männern und Frauen, die es verstehen, ihre Charaktere zum Leben zu erwecken. Wie bereits erwähnt, überstrahlt Jessica Chastain alle anderen Mitwirkenden auf der Leinwand, aber auch Idris Elba als wohlmeinender Anwalt ist eine Erwähnung wert.

Am Ende ist Molly’s Game dann auch weniger ein Film, der direkt über die diversen Formen des Glücksspiels selbst erzählt, sondern über die Ziele, die Molly Bloom mit Poker & Co. verfolgt. Es entsteht ein dichtes Geflecht aus einem Leben in der Grauzone, die sich immer enger um Molly zieht und so die Spannung permanent am Limit hält. Unbedingt anschauen!

Wie viel Glücksspiel steckt in Molly’s Game?

Im Rampenlicht stehen praktisch ausschließlich diverse Formen des Pokers. Mit diesem Spiel zieht Molly Bloom ihr Leben in New York auf und daher liegt der Fokus auch komplett auf der Kartenaction. Anders als in vielleicht Casino Royale oder Rounders darfst Du aber nicht erwarten, dass hier Flush, Quads & Co. diskutiert werden. Das Spiel dient nur als Treibmittel, um den notwendigen Zündstoff in die Beziehungen der Charaktere zu bringen. Es ist also kein Film über Poker, sondern ein Film mit Poker – mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Wo kann ich Molly’s Game anschauen?

Du kannst Dir den Film beispielsweise auf DVD oder Blu-ray kaufen, dort kostet er zwischen 5 bis 9 Euro – recht kleines Geld für einen Film hoher Qualität. Reicht Dir ein Stream erstmal aus, hast Du dazu bei sehr vielen Anbietern die Gelegenheit.

In Deutschland streamen den Film beispielsweise Amazon, Google Play, Apple TV und Microsoft. Außerdem kommen Anbieter wie maxdome, Rakuten TV, Sky, freenet Video und VIDEOBUSTER dazu. Komplettiert wird die Liste von MagentaTV, Cineplex Home und videociety. Die recht lange Laufzeit von 140 Minuten kürzen einige Streaminganbieter auf 135 Minuten, indem die Credits geschnitten werden. Nicht alle führen den Film in Deutsch und Englisch und nicht alle bieten Untertitel an – hier musst Du etwas genauer hinschauen. Die Kosten laufen stets zwischen 2,99 Euro und 9,99 Euro je nach Qualität und ob Du den Film leihst oder kaufst.

Fazit: Ein Spiel, dem Du beitreten solltest

Molly’s Game ist sehr gut gelungen, ausgestattet mit tollen Schauspielerinnen und Schauspielern und auf eine Art zusammengesetzt, die die 141 Minuten Laufzeit im Flug vergehen lassen. Du wirst Dir bald vorkommen, als würdest Du die Charaktere auf dem Bildschirm seit langer Zeit kennen – so gut schaffen es Chastain & Co., ihnen Leben einzuhauchen. Der Glücksspielbezug ist umfassend und die Darstellung des Pokerspiels glaubhaft. Auch im realen Leben wird es nicht lang dauern, bis merkwürdige Gestalten auftauchen, wenn Du ein illegales Pokerangebot auf die Beine stellst – und genau diese Auswirkungen zeigt Molly’s Game hervorragend.

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